Krähen in Paris leiden unter der Abwesenheit der Menschen im Lockdown. Ganz plötzlich versiegen ihre gewohnten Nahrungsquellen: Die Mülleimer, aus denen Krähen normalerweise fressen, bleiben leer.
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Krähen in Paris leiden unter der Abwesenheit der Menschen im Lockdown. Ganz plötzlich versiegen ihre gewohnten Nahrungsquellen: Die Mülleimer, aus denen Krähen normalerweise fressen, bleiben leer.

In Italien erweitern Braunbären aus den Dolomiten ihren Bewegungsradius und werden bei "Grenzüberschreitungen" ertappt.

Die Wissenschaft hat für die einzigartige Stille in der Lockdown-Zeit ein neues Wort erfunden: die "Anthropause". Es beschreibt den massiven Einbruch menschlicher Aktivität rund um den Globus.

Nicht alle Tiere sind in den Wochen des Lockdowns Gewinner: Wildschweine in Tschechien erleben in der Pandemie, dass die Besucherzahlen im Wald in die Höhe schnellen.

Der Fußabdruck eines Spitzmaulnashorns im Sand bringt die Ranger auf die richtige Spur.

Spitzmaulnashörner in der Serengeti nehmen wahr, dass die Touristen ausbleiben, und traben in der Stille der Pandemie plötzlich los.

Die Corona-Pandemie zwingt den Menschen zum Rückzug. Wie reagieren Wildtiere auf die Pause vom Menschen?
Übersicht
Für Bären, Wale oder Nashörner ist es eng geworden. Kaum ein Winkel der Erde, wo nicht auch der Mensch seinen Fußabdruck hinterlassen hat. Doch während der Corona-Lockdowns sollen vier Milliarden Menschen zu Hause bleiben, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Wie reagieren Wildtiere auf die plötzliche Stille? Für Forschungsteams ist dies weltweit eine einzigartige Chance. Sie sammeln Bewegungsdaten und analysieren Beobachtungen auf allen Kontinenten. Nashörner kommen in Bewegung, Orcas verschaffen sich Gehör. Und auch Braunbären, Rehe und Krähen liefern überraschende Erkenntnisse zum Tierverhalten in Zeiten der Pandemie.
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Für Bären, Wale oder Nashörner ist es eng geworden. Kaum ein Winkel der Erde, wo nicht auch der Mensch unterwegs ist. Doch dann kommt Corona - plötzlich herrscht Stille. Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, sollen im Frühjahr 2020 über vier Milliarden Menschen zu Hause bleiben. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Wie reagieren Wildtiere auf diese „Anthropause“? Für die Wissenschaft ergibt sich eine einzigartige Gelegenheit.
Mit Minisendern, Hydrophonen und Videofallen verschaffen sich Forschende rund um den Globus Einblicke in das Leben von Wildtieren in Zeiten der Pandemie. Vor der Küste von British Columbia horchen Walforscher in die Stille unter Wasser. In den Dolomiten werden Braunbären bei Grenzüberschreitungen ertappt. Wildschweine in Tschechien und Rehe in Italien liefern GPS-Daten, Marder in Berlin Fotobeweise von ihren sich wandelnden Nachtaktivitäten.
Nashörner traben Streckenrekorde durch die von Touristen verlassene Serengeti, zu unerwarteten Zielen. Aber in der Lockdown-Zeit versiegen auch Nahrungsquellen - mit Folgen, etwa für die Krähen von Paris. Im schottischen St. Andrews laufen Informationen von über 600 Biologinnen und Biologen, Naturschützern und Datenexpertinnen zusammen: Daten von mehr als 13.000 getrackten Tieren - über eine Milliarde Standortdaten.
Jetzt werden Beobachtungen und Bewegungspunkte von vor, während und nach dem Lockdown verglichen und für eine globale Megastudie zusammengeführt. Die Wissenschaftsdokumentation berichtet über das einzigartige Big-Data-Projekt zum Tierverhalten in Zeiten der plötzlichen Stille und die Erkenntnisse für unsere Zukunft.
Hinweis
Online verfügbar von 15/12/2025 bis 22/03/2026
Personen
| Regie: | Susanne Maria Krauss |
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