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In der Pariser Banlieue: Am Ende ihres Mandats führt Bürgermeisterin Clémence Collombet Verhandlungen mit staatlichen Stellen um die lange versprochene Sanierung einer Hochhaussiedlung. Sie ist auf sich allein gestellt, denn die Eigentümer der Wohnungen haben kein Vertrauen mehr. Als sie kollektiv beschließen, die Zahlung der Nebenkosten auszusetzen, muss Clémence die Strategie wechseln - zumal ihr ein Ministerposten angeboten wurde. Thomas Kruithofs Erforschung lokalpolitischer Intrigen war in Frankreich ein Kinoerfolg.
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Nach zwei Mandaten als Bürgermeisterin des Wohnbezirks „Bernardins“ in der Pariser Banlieue hatte sich Clémence Collombet vorgenommen, von der politischen Bühne abzutreten. Kurz vor Ende ihrer Amtszeit bleibt aber eine Baustelle offen: die gründliche Sanierung des Viertels mit Hilfe von 63 Millionen Euro staatlichen Fördergeldern. Tatsächlich leiden die Bewohner seit Jahren unter den Lebensbedingungen in den Hochhaustürmen, die allmählich verfallen. Sie sind alle Eigentümer ihrer Wohnungen, kommen aber nur schwer über die Runden; einige verdienen mit der illegalen Untervermietung winziger Zimmer an Migranten ein Zubrot.
Aufgrund ihres ablaufenden Mandats fehlt es Clémence an Zeit, die erhofften Finanzmittel für das Wohnviertel noch zu erhalten und damit ein ewiges Wahlkampfversprechen zu erfüllen. Mit Hilfe ihres Kabinettschefs Yazid, selbst in der Banlieue aufgewachsen, setzt Clémence alles aufs Spiel, um in letzter Minute doch noch die staatliche Unterstützung zu bekommen. Als die Bewohner des Viertels nach einem kolossalen Wasserschaden aus Protest entscheiden, die Bezahlung der Nebenkosten einzustellen, schwimmen Clémence die Felle davon. Aus Paris werden nämlich keine Hilfsgelder an einen Bezirk zugewiesen, der Schulden hat. Nun müssen Clémence und Yazid sich beeilen: Bei der Verfolgung ihres Ziels mit undurchsichtigen Strategien vergisst Clémence ihr Versprechen an sich selbst, die Macht aufzugeben.
Regisseur Thomas Kruithof liefert einen kühlen Einblick in die Mechanismen der Politik und die inneren Konflikte, die politische Verantwortung mit sich bringt.
Hinweis
Thomas Kruithof basiert seine Erzählung auf der Geschichte des Viertels „Chêne Pointu“ in Clichy-sous-Bois in der Pariser Banlieue: 1.500 Eigentumswohnungen aus den 60er Jahren, die auf das falsche Versprechen hin verkauft wurden, es würde zukünftig eine direkte öffentliche Verkehrsanbindung an die Hauptstadt geben. Erst 2015 begann der französische Staat mit dem Rückkauf aller Wohnungen im Rahmen eines Sanierungsplans, der bis heute andauert. „Falsche Versprechen“ lief 2021 bei den Filmfestspielen von Venedig im Wettbewerb. Die Bürgermeisterin Collombet wird von Isabelle Huppert verkörpert.Produktion: 24 25 Films, Wild Bunch, France 2 Cinéma, Les Films du Camélia
Personen
Schauspieler: Rolle | Clémence Yazid Naidra Michel Kupka Esposito Jérôme Narvaux Pierre Messac |
| Regie: | Thomas Kruithof |
| Drehbuch: | Jean-Baptiste Delafon, Thomas Kruithof |
| Kamera: | Alexandre Lamarque |
| Musik: | Grégoire Auger |
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